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Schuhe auf dem Flohmarkt – gebraucht kaufen, ohne Reinfall



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Schuhe sind auf dem Flohmarkt billig zu haben, aber der Gebrauchtkauf hat seine Tücken: Ein Schuh formt sich über Monate an einen bestimmten Fuß, das Laufbild der Sohle verrät die Gangart des Vorbesitzers, und probieren kann man am Stand nur im Stehen. Für ungetragene und wenig getragene Ware, für Gummistiefel, für Kinderschuhe und für Stücke, die man ohnehin nur selten anzieht, lohnt es sich trotzdem fast immer. Diese Seite zeigt, worauf du achten solltest.
Gibt es auf dem Flohmarkt Schuhe zu kaufen?
Ja. Schuhe gehören zum festen Angebot fast jedes Flohmarkts – meist am selben Stand wie die Kleidung, aufgereiht am Bordstein, auf Tischen oder in Kisten. Am häufigsten sind Damen- und Kinderschuhe, dazu Sneaker, Stiefel und Gummistiefel. Gebrauchte Schuhe sind allerdings die heikelste Kleidungskategorie: Eine eingelaufene Sohle passt sich keinem neuen Fuß mehr an.
Wie oft findet man Schuhe auf dem Flohmarkt?
Schuhe findet man nicht ganz so oft wie Kleidung, aber sie kommen auf fast jedem Flohmarkt vor – meist als Teil eines Kleiderstands: ein paar Paare auf dem Tisch, eine Reihe am Bordstein oder eine Kiste am Boden. Gebrauchte Schuhe trifft man dabei recht zuverlässig an.
Hin und wieder stößt man außerdem auf einen reinen Neuwarenstand mit echt guten Schuhen zu günstigen Preisen. Damen- und Kinderschuhe stellen den größten Anteil; Kinderschuhe gibt es auf Familien- und Kinderflohmärkten besonders reichlich, weil Kinder herauswachsen, lange bevor die Schuhe verschlissen sind.
Welche Schuhe dir begegnen
- Damenschuhe – die größte Gruppe, viel davon kaum getragene Fehlkäufe: Pumps, Ballerinas, Stiefeletten, Sandalen.
- Sneaker – gefragt und entsprechend schnell weg. Bei Markenmodellen zum Spottpreis ans Fälschungsthema denken.
- Stiefel und Stiefeletten – oft mit Reißverschluss, den man komplett testen sollte; Ledersohlen lassen sich nachsohlen.
- Gummistiefel und Arbeitsschuhe – die unbedenklichste Kategorie: Sie formen sich nicht an den Fuß, hier zählt fast nur die Größe.
- Kinderschuhe – reichlich, günstig und meist in gutem Zustand.
- Neuware vom Restpostenstand – auf manchen Märkten steht ein Händler mit neuen Schuhen zu günstigen Preisen, oft solide Alltagsschuhe, Gummistiefel und Hausschuhe.
- Wander- und Trekkingschuhe – Vorsicht bei unbekanntem Alter: Die Sohle kann durch Materialalterung beim ersten Ausflug abreißen (siehe unten).
Am Stand prüfen – Sohle, Laufbild, Innenfutter
- Sohle umdrehen. Gleichmäßiger Abrieb ist in Ordnung. Ein einseitig stark abgelaufener Absatz oder Sohlenrand heißt: Der Schuh ist auf eine fremde Gangart eingelaufen und stellt den eigenen Fuß schief.
- Innen hineinfassen und -schauen. Durchgescheuertes Fersenfutter reibt Blasen. Ein durchgetretenes Fußbett behält den Abdruck des Vorbesitzers und lässt sich nur bei herausnehmbaren Sohlen beheben.
- Sohle biegen und leicht verwinden. Bricht sie quer ein, bröseln Krümel heraus oder löst sich die Klebekante, ist das Hydrolyse – poröses Sohlenmaterial durch lange Lagerung, typisch bei älteren Sport- und Wanderschuhen. Finger weg.
- Obermaterial: Risse im Zehenbereich, brüchiges oder sprödes Leder, Wasserränder, aufgeplatzte Nähte.
- Geruch: streng oder muffig riechende Schuhe bekommt man kaum je geruchsfrei.
- Paar-Check: Gehören beide Schuhe zusammen und haben dieselbe Größe? In Wühlkisten landen schon mal Fehlpaare.
Die richtige Größe finden
Größenangaben schwanken je nach Marke und Herkunftsland um bis zu zwei Nummern. Verlässlicher als das Etikett:
- Einlegesohle als Maß. Ist die Innensohle herausnehmbar, an den eigenen Fuß halten – Länge und Breite. Oder eine passende Einlegesohle von zu Hause mitbringen und vergleichen.
- Fuß auf die Sohle stellen (über der Socke, im Stehen, Gewicht drauf). Vorn sollte etwa eine Daumenbreite Platz sein.
- Abends messen und anprobieren – Füße sind später am Tag größer.
- Feste Schuhe (Stiefel, Lederhalbschuhe) verzeihen einen Größenfehler schlechter als Sneaker und Sandalen.
Was gebrauchte Schuhe kosten
- Wühlkiste oder Bordstein-Reihe: 1 bis 3 € pro Paar.
- Sortierter Stand, guter Zustand: 3 bis 8 €.
- Markensneaker oder kaum getragene Stiefel: 5 bis 15 €.
- Kinderschuhe: 1 bis 3 €, oft im Bündel mehrerer Größen.
- Neuware vom Restpostenstand: je nach Schuh; für gute Alltags- oder Arbeitsschuhe auch mal 20 bis 30 €, immer noch deutlich unter Ladenpreis.
Bei mehreren Paaren am selben Stand lässt sich über den Gesamtpreis reden. Für ein einzelnes 2-Euro-Paar aus der Kiste erwartet niemand Feilschen.
Wovon du besser die Finger lässt
Stehen lassen solltest du:
- Schuhe mit stark einseitig abgelaufenem Absatz oder durchgetretenem Fußbett.
- Sport- und Wanderschuhe mit poröser, bröselnder oder sich lösender Sohle.
- Alles, was muffig oder streng riecht.
- Wanderschuhe unbekannten Alters für die nächste größere Tour – das Risiko eines Sohlenabrisses unterwegs ist es nicht wert.
- Enge Lederschuhe nach dem Motto „die weite ich schon noch" – das klappt seltener, als man hofft.
Weitgehend unbedenklich sind dagegen Gummistiefel, ungetragene Ware mit Karton, Kinderschuhe und robuste Stiefel mit nachsohlbarer Ledersohle.
Häufige Fragen
Kann man gebrauchte Schuhe auf dem Flohmarkt bedenkenlos kaufen?
Das kommt auf den Schuh an. Gummistiefel, Kinderschuhe und kaum getragene Stücke sind unproblematisch. Bei stark eingelaufenen Lederschuhen und bei Sport- oder Wanderschuhen unbekannten Alters ist Zurückhaltung angebracht – eine an einen fremden Fuß angepasste oder gealterte Sohle wird nicht mehr gut.
Wie prüfe ich gebrauchte Schuhe am Stand?
Sohle umdrehen und auf einseitigen Abrieb ansehen, ins Innere fassen (durchgescheuertes Fersenfutter, durchgetretenes Fußbett), die Sohle biegen und verwinden (Risse oder Bröseln deuten auf gealtertes Material), am Schuh riechen und prüfen, ob beide Schuhe zusammengehören und dieselbe Größe haben.
Was kosten Schuhe auf dem Flohmarkt?
Aus der Wühlkiste 1 bis 3 € pro Paar, am sortierten Stand 3 bis 8 €, für Markensneaker oder kaum getragene Stiefel 5 bis 15 €. Kinderschuhe kosten 1 bis 3 € und werden oft im Bündel angeboten. Neue Schuhe vom Restpostenstand liegen je nach Modell auch bei 20 bis 30 €, bleiben aber unter dem Ladenpreis.
Gibt es Kinderschuhe auf dem Flohmarkt?
Ja, reichlich und günstig. Kinder wachsen aus ihren Schuhen heraus, bevor diese verschleißen, deshalb ist viel gut erhaltene Ware im Umlauf – besonders auf Kinder- und Familienflohmärkten, häufig im Bündel mehrerer Größen.
Wie finde ich ohne Anprobe die richtige Schuhgröße?
Am besten die herausnehmbare Innensohle an den eigenen Fuß halten oder eine passende Einlegesohle von zu Hause als Maß mitbringen. Sonst den Fuß über der Socke auf die Sohle stellen – vorn sollte etwa eine Daumenbreite Platz sein. Abends messen, dann sind die Füße am größten.
Bekomme ich neue Schuhe auf dem Flohmarkt?
Ja, häufiger als bei anderer Kleidung: Auf vielen Märkten steht ein Restpostenhändler mit neuen Schuhen zu günstigen Preisen – oft solide Alltags- und Arbeitsschuhe, Gummistiefel und Hausschuhe. Daneben gibt es ungetragene Fehlkäufe mit Karton. Bei angeblich neuen Markensneakern zu sehr niedrigen Preisen sollte man trotzdem an Fälschungen denken.
Wie mache ich gebrauchte Schuhe sauber?
Innen mit einem Desinfektions- oder Schuhspray behandeln, herausnehmbare Sohlen waschen oder durch neue ersetzen, Leder reinigen und einfetten. Hartnäckiger Schweißgeruch bleibt allerdings oft trotz aller Mühe.