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Kleidung auf dem Flohmarkt – Hosen, Jacken und Kindersachen finden und prüfen




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Kleidung ist die klassische Flohmarktware: leicht, überall zu haben und mit einer Preisspanne, bei der ein komplettes Outfit weniger kostet als ein einzelnes neues T-Shirt. Der Haken ist, dass man am Stand nicht in die Umkleide kann und es kein Rückgaberecht gibt. Wer weiß, wie man Größe, Zustand und Material in wenigen Sekunden einschätzt, kauft trotzdem selten daneben. Diese Seite geht die einzelnen Kleidungsarten der Reihe nach durch.
Gibt es auf dem Flohmarkt Kleidung zu kaufen?
Ja. Kleidung ist auf fast jedem Flohmarkt eine der größten Warengruppen – an Kleiderständern, auf Tapeziertischen und in Wühlkisten. Am häufigsten sind Damenkleidung und Kindersachen, dazu Herrenkleidung, Schuhe, Taschen und Gürtel. Das Angebot reicht von der ungeordneten 1-Euro-Kiste bis zum nach Größen sortierten Stand mit Markenware.
Wie oft findet man Kleidung auf dem Flohmarkt?
Kleidung findet man praktisch auf jedem Flohmarkt – meist gleich an mehreren Ständen. Mal hängt sie ordentlich auf dem Kleiderständer, mal liegt sie in Massen auf den Tisch geworfen und kostet dann oft nur 1 bis 2 € pro Stück. Am Kleiderständer zahlt man für gute Sachen auch mal 5 bis 20 €, findet aber immer wieder etwas sehr günstig, das man eigentlich für teurer halten würde.
Damenkleidung stellt fast überall den größten Anteil, Kindersachen sind auf Familien-, Kinder- und Mädchenflohmärkten der Schwerpunkt. Herrenkleidung ist durchgehend die kleinste Gruppe. Markenware und echte Vintage-Stücke gibt es, sie sind aber die Ausnahme und stehen dann am sortierten Stand, nicht in der offenen Kiste. Ein saisonaler Effekt kommt dazu: Winterjacken und Mäntel tauchen vor allem im Herbst auf, leichte Sommersachen im Frühjahr.
Was für Kleidung auf dem Markt liegt
Grob nach Häufigkeit sortiert:
- Damenkleidung – die mit Abstand größte Gruppe, viel davon nur ein- oder zweimal getragene Fehlkäufe. Blusen, Kleider, Röcke, Strickwaren, Jeans.
- Kindersachen – die günstigste Kategorie, oft bündelweise nach Größe. Auf Kinder- und Familienflohmärkten der Schwerpunkt.
- Herrenkleidung – kleineres Angebot; gängige Größen bei Hemden, Jeans und Jacken sind schnell weg, dafür lohnt frühes Kommen.
- Jacken und Mäntel – ganzjährig da, im Herbst deutlich mehr. Winterjacken, Übergangsjacken, Lederjacken, gelegentlich Outdoor- und Funktionsware.
- Arbeits-, Trachten- und Vintage-Kleidung – dünner gesät, aber auf größeren Märkten fast immer irgendwo ein Stand.
- Markenware – am sortierten Stand oder beim gewerblichen Händler, entsprechend teurer und mit Fälschungsrisiko bei auffällig niedrigen Preisen.
Genauso wichtig wie die Kleidungsart ist der Ständetyp: Ein Kleiderständer mit aufgebügelter Ware ist übersichtlich und meist etwas teurer. Stapel auf dem Tapeziertisch sind Mittelklasse. In der Wühlkiste oder auf der Bodendecke zahlst du für die Menge, nicht für die Auswahl – hier liegen die 1-Euro-Teile und die „Alles, was in die Tüte passt"-Angebote.
Die richtige Größe ohne Umkleide
Auf die eingenähte Konfektionsgröße ist wenig Verlass: Vintage fällt kleiner aus als heutige Schnitte, US- und UK-Größen weichen ab, und stark getragene Ware ist ausgeleiert. Verlässlicher sind Maße:
- Ein passendes Lieblingsteil als Maß mitnehmen. Eine gut sitzende Hose oder ein Oberteil in der Tasche, am Stand direkt daneben- oder darüberlegen – das schlägt jede Etikettengröße.
- Die eigenen Kernmaße kennen: Bundweite, Innenbeinlänge, Schulternaht zu Schulternaht, Brust-/Hüftumfang. Ein Maßband wiegt nichts und beantwortet die meisten Fragen.
- Hosenbund-Faustregel: Legt man den offenen Bund einer Jeans einmal um den eigenen Hals und die Enden treffen sich knapp, passt sie meist auch in der Taille. Grob, aber am Stand brauchbar.
- Bei Jacken zählt die Schulter. Die Schulternaht muss auf der Schulterkante sitzen, nicht am Oberarm – das lässt sich später kaum ändern. Ärmel- und Rumpflänge sind zweitrangig.
- Über der eigenen Kleidung anprobieren ist an den meisten Ständen möglich – einfach fragen. Manche Händler haben einen Spiegel oder einen Sichtschutz dabei.
Feste, nicht dehnbare Sachen (Mäntel, tailliertes Leder, Hemden) verzeihen einen Größenfehler schlechter als Jersey und Strick.
Zustand in zehn Sekunden prüfen
Teil einmal auf links drehen und ans Licht halten, dann in dieser Reihenfolge:
- Belastungszonen: Achseln (Verfärbung, ausgedünnter Stoff, Deo-Ränder), Kragen und Bündchen (ausgeleiert, speckig), bei Hosen Knie und Gesäß (durchgescheuert, glänzend), Innenschenkel bei Jeans.
- Verschlüsse: Reißverschluss einmal komplett auf und zu, Knöpfe zählen, Haken und Ösen prüfen. Ein fehlender Spezialknopf ist ärgerlicher, als er klingt.
- Nähte und Saum: offene Nähte und aufgegangene Säume sind schnell repariert – wenn man es dann auch macht. Einkalkulieren.
- Pilling (Knötchen) an Strick und Sweatshirts: leichtes Pilling geht mit dem Rasierer weg, flächiges bleibt.
- Flecken im Tageslicht suchen, besonders auf Weiß und Hell – die Hallenbeleuchtung schluckt einiges. Alte, eingetrocknete Flecken und Rostpunkte gehen oft nicht mehr raus.
- Geruch: kurz daran riechen. Rauch, Muff und aufdringliches Parfüm sitzen tief und überstehen manchmal mehrere Wäschen.
- Motten bei Wolle und Kaschmir: kleine runde Löcher, oft an verdeckten Stellen. Ein Loch heißt selten nur ein Loch.
Was Secondhand-Kleidung kostet
Die Preise hängen mehr vom Ständetyp als vom Etikett ab:
- In Massen auf den Tisch geworfen oder in der Wühlkiste: oft 1 bis 2 € pro Stück, dazu Mengenpauschalen wie „3 für 5 €" oder „Tüte voll für 5 €".
- Ordentlich auf dem Kleiderständer: für gute Sachen 5 bis 20 €. Dazwischen liegt aber immer wieder ein Stück deutlich unter Wert – ordentliche Markenqualität, die der Verkäufer nicht als solche erkannt oder eingepreist hat.
- Kindersachen: meist unter 2 € pro Teil, häufig im Bündel („10 Teile Gr. 98 = 8 €").
- Gewerblicher Secondhand-Händler oder Vintage-Stand: höher und mit festeren Preisen; ein gesuchtes Marken- oder Vintage-Stück auch deutlich zweistellig.
Verhandeln lohnt sich vor allem über die Menge: „Ich nehme diese fünf Teile – was machst du am Preis?" bringt mehr als das Feilschen um das einzelne Stück. Mehr dazu im Ratgeber Verhandeln als Käufer.
Marken, Vintage und Fälschungen
Echte Markenschnäppchen gibt es auf dem Flohmarkt, aber „Designerteil für 5 €" ist häufiger eine Fälschung als ein Glücksfall. Was du am Stand prüfen kannst:
- Etiketten und Waschzettel: schief eingenäht, Rechtschreibfehler, fehlende Pflege- und Materialangaben, aufgedrucktes statt eingewebtes Logo – alles Warnzeichen.
- Verarbeitung: unsaubere Nähte, ungleichmäßige Abstände, billiges Innenfutter, klappriger Reißverschluss ohne Markenprägung.
- Logo-Details: Proportionen, Schrifttype und Farbton vergleichen – Fälscher treffen das selten exakt.
- Bei echtem Vintage helfen die alten Kennzeichen: Wollsiegel, frühere Markenlogos, bei US-Ware die RN-Nummer und „Union Made"-Label.
Im Zweifel kurz übers Handy den üblichen Gebrauchtpreis nachsehen. Ausführlich im Ratgeber Fälschungen erkennen.
Kinderkleidung – die günstigste Kategorie
Kinder wachsen aus ihren Sachen heraus, lange bevor die verschlissen sind – deshalb ist gut erhaltene Kinderkleidung auf dem Flohmarkt reichlich und billig, oft bündelweise nach Größe sortiert. Auf Kinder-, Familien- und Mädchenflohmärkten ist sie der Schwerpunkt des ganzen Marktes.
- Bündel lohnen sich besonders bei Basics (Bodys, Strumpfhosen, Langarmshirts), die ohnehin schnell durch sind.
- Fleckencheck bei heller Ware im Tageslicht – Kinderkleidung hat oft Obst-, Gras- und Kugelschreiberflecken.
- Sicherheit bei Kleinkindsachen: keine langen Kordeln an Kapuzen und Halsausschnitten, fest sitzende Knöpfe und Applikationen.
Praktische Tipps für den Besuch mit Kind im Ratgeber Flohmarkt mit Kindern.
Häufige Fragen
Gibt es Hosen und Jeans auf dem Flohmarkt?
Ja, Hosen und Jeans gehören zu den häufigsten Kleidungsstücken auf dem Flohmarkt. Weil man sie nicht anprobieren kann, sind die eigene Bundweite und Innenbeinlänge oder eine gut sitzende Vergleichshose der beste Anhaltspunkt. Am Stand Knie, Gesäß und Innenschenkel auf durchgescheuerte, glänzende Stellen prüfen und den Reißverschluss einmal komplett testen.
Was kostet Kleidung auf dem Flohmarkt?
Vom Stapel auf dem Tisch oder aus der Wühlkiste meist 1 bis 2 € pro Stück, oft mit Mengenrabatt. Ordentlich aufgehängt am Kleiderständer kosten gute Teile 5 bis 20 €. Kindersachen liegen meist unter 2 € und werden häufig im Bündel verkauft. Zwischen der Ständerware findet man immer wieder etwas deutlich unter Wert.
Gibt es Winterjacken und Mäntel auf dem Flohmarkt?
Ja, besonders im Herbst. Bei der Prüfung zählt vor allem die Schulternaht (muss auf der Schulter sitzen), dazu Reißverschluss und Druckknöpfe komplett testen, das Innenfutter auf Risse ansehen und bei Daunen auf verklumpte oder feuchtigkeitsgeschädigte Kammern achten. Leder sollte geschmeidig sein und keine brüchigen, rissigen Stellen haben.
Bekommt man Markenkleidung auf dem Flohmarkt?
Ja, am sortierten Stand und beim gewerblichen Secondhand-Händler. Ein gutes Markenteil kostet dort meist 10 bis 30 €. Bei Markenware zu Spottpreisen ist Vorsicht angebracht: schief eingenähte Etiketten, fehlende Waschzettel, aufgedruckte statt eingewebte Logos und unsaubere Nähte deuten auf Fälschungen hin.
Lohnt sich Kinderkleidung auf dem Flohmarkt?
Ja, das ist die günstigste Kleidungskategorie überhaupt. Weil Kinder herauswachsen, bevor die Sachen verschleißen, ist viel gut erhaltene Ware im Umlauf, oft bündelweise für wenige Euro. Auf Kinder-, Familien- und Mädchenflohmärkten ist Kinderkleidung der Schwerpunkt.
Gibt es auch Herrenkleidung auf dem Flohmarkt?
Ja, allerdings in kleinerem Umfang als Damenkleidung. Gängige Größen bei Hemden, Jeans und Jacken sind oft früh vergriffen – wer gezielt sucht, sollte in der ersten Stunde da sein und den ganzen Markt abgehen.
Kann ich Kleidung auf dem Flohmarkt anprobieren oder umtauschen?
Eine Umkleide gibt es selten, aber über der eigenen Kleidung anprobieren ist an den meisten Ständen möglich – einfach fragen. Einen Umtausch oder eine Rückgabe gibt es beim Privatkauf nicht; was du mitnimmst, behältst du. Details im Ratgeber zur Gewährleistung beim Privatkauf.
Sollte ich gebrauchte Kleidung vor dem Tragen waschen?
Ja, immer. Wenn das Pflegeetikett es zulässt, bei 60 Grad, sonst mit einem Hygienespüler. Empfindliche Stücke, die man nicht heiß waschen kann, für zwei Tage in einen Gefrierbeutel in die Tiefkühltruhe legen – das tötet Motteneier und Milben ab.