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Musikinstrumente auf dem Flohmarkt – gebraucht kaufen, ohne Reinfall





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Ein Instrument vom Flohmarkt ist oft ein Sprung ins kalte Wasser: Ob eine Gitarre sauber bespielbar ist oder eine Geige einen Sprung im Lack oder gar im Holz hat, sieht man ihr am Stand nicht immer sofort an. Dazu kommt, dass die meisten Käufer vom konkreten Instrument wenig verstehen – bei einem Akkordeon oder einer Klarinette weiß nicht jeder, worauf es ankommt. Diese Seite fasst zusammen, was auf den Tischen liegt und wie du mit ein paar einfachen Handgriffen grobe Fehlkäufe vermeidest.
Gibt es auf dem Flohmarkt Musikinstrumente zu kaufen?
Ja, wenn auch nicht auf jedem Markt gleich häufig. Musikinstrumente tauchen auf Flohmärkten immer wieder auf – oft an Sammler- oder Antikständen neben anderem Trödel, manchmal einzeln bei einer Haushaltsauflösung. Am häufigsten sind Akkordeons, Gitarren und einfache Blas- und Streichinstrumente aus Nachlässen oder von Kindern, die mit dem Üben aufgehört haben.
Wie oft findet man Musikinstrumente auf dem Flohmarkt?
Musikinstrumente gehören nicht zu den häufigsten Waren auf dem Flohmarkt, aber man sieht sie immer wieder – meist eines oder wenige Stücke an einem Sammler- oder Antikstand, seltener ein eigener Instrumentenstand. Wer gezielt sucht, muss also etwas Geduld mitbringen und den Markt komplett abgehen.
Am ehesten trifft man auf Akkordeons, Gitarren, einfache Blockflöten und Mundharmonikas sowie gelegentlich eine Geige oder ein Blasinstrument im Koffer – meist Stücke aus Haushaltsauflösungen oder von Kindern, die das Üben aufgegeben haben. Große Instrumente wie Klaviere oder komplette Schlagzeuge sind seltener, weil sie sich schlecht transportieren lassen.
Welche Instrumente einem begegnen
- Akkordeons und Handharmonikas – eine der häufigsten Funde, oft im passenden Koffer, von einfachen Kindermodellen bis zu gepflegten Marken wie Hohner oder Weltmeister.
- Gitarren – Akustik- und E-Gitarren aller Preisklassen, von der namenlosen Fabrikgitarre bis zum bekannten Markenmodell.
- Streichinstrumente – vor allem Geigen, seltener Bratsche oder Cello, meist im Kasten mit Bogen, oft aus dem Musikunterricht der Kinder.
- Blasinstrumente – Blockflöten sehr häufig und günstig, Klarinetten, Trompeten oder Saxophone im Originalkoffer seltener, meist gut erhalten, weil sie kaum jemand achtlos herumliegen lässt.
- Schlagzeug und Percussion – komplette Sets selten, dafür öfter Einzelteile oder kleine Kinder-/Einsteigersets.
- Keyboards und E-Pianos – meist ältere Modelle mit wenigen Funktionen, günstig, aber teils ohne Netzteil.
- Kleininstrumente – Mundharmonikas, Kazoos, Rasseln und einfache Percussion, oft in der Wühlkiste bei anderem Kleinkram.
Am Stand prüfen – je nach Instrumentenart
Ein einzelner Test reicht bei Instrumenten selten, weil jede Gattung eigene Schwachstellen hat:
- Gitarren: den Hals entlang schauen (von der Kopfplatte zum Korpus visieren) – ein deutlicher Knick oder eine Welle deutet auf einen verzogenen Hals hin, der sich nur schwer reparieren lässt. Saiten durchstimmen und ein paar Akkorde greifen: Schnarrende oder tote Bünde, klemmende Stimmmechaniken und lose Halsschrauben sind Warnzeichen. Bei E-Gitarren nach Möglichkeit an einen Verstärker anschließen und Regler/Schalter auf Kratzen prüfen.
- Akkordeons: den Balg vorsichtig auf und zu ziehen, ohne Ton zu drücken – zischt oder pfeift es dabei hörbar, ist der Balg undicht. Jede Taste einzeln anschlagen: klemmende oder stumme Tasten deuten auf verklebte oder verrostete Stimmzungen hin. Die Riemen und Verschlüsse des Koffers gehören mitgeprüft, da Akkordeons schwer sind.
- Streichinstrumente: den Korpus im Licht drehen und auf Risse im Holz oder im Lack achten, besonders um die Zargen und am Übergang zum Hals. Bogen auf lose oder fehlende Haare prüfen und ob die Frosch-Mechanik noch spannt. Ein starker, muffiger Geruch aus dem Kasten spricht für lange, feuchte Lagerung.
- Blasinstrumente: Klappen und Polster auf Dichtigkeit prüfen (Ventile/Klappen sollen sich leicht und ohne Klappern bewegen), auf Dellen im Metall und Risse im Holz achten, Korken an den Verbindungsstellen auf Sprödigkeit fühlen. Mundstück und Blatt/Rohrblatt gehören ohnehin ausgetauscht (siehe unten).
- Schlagzeug: Felle auf Risse und Beulen abklopfen, Becken auf Sprünge am Rand prüfen (ein Sprung breitet sich mit der Zeit aus), Hardware (Ständer, Pedal, Spannschrauben) auf Vollständigkeit und Gängigkeit checken.
- Keyboards: mit Batterien oder am Stand-Strom kurz anspielen, jede Taste einzeln anschlagen (klemmende oder stumme Tasten sind ein häufiges Problem bei alten Geräten), auf vorhandenes Netzteil achten – ohne das passende Steckernetzteil ist ein altes Keyboard oft wertlos.
Hygiene bei Blasinstrumenten
Bei allem, was mit dem Mund gespielt wird, gilt eine zusätzliche Regel: Mundstück und – bei Klarinette, Saxophon & Co. – das Rohrblatt gehören grundsätzlich ausgetauscht, bevor das Instrument in den eigenen Mund kommt, unabhängig davon, wie sauber es aussieht. Mundstücke für gängige Instrumente sind günstig und überall nachkaufbar. Trompeten- und Blechbläser-Mundstücke lassen sich dagegen gut auskochen bzw. mit einer Reinigungsbürste säubern, da sie keine porösen Materialien enthalten.
Zubehör, Wartung und Folgekosten
Bei fast jedem gebrauchten Instrument kommt nach dem Kauf noch etwas dazu:
- Saiteninstrumente: ein neuer Satz Saiten ist nach längerer Standzeit fast immer fällig, dazu bei Streichinstrumenten eventuell neue Bogenhaare (Bezug beim Geigenbauer) und Kolophonium.
- Akkordeons: kleinere Undichtigkeiten am Balg lassen sich mit Balgleder-Flicken selbst beheben, größere Schäden und klemmende Stimmzungen gehören in die Werkstatt.
- Blasinstrumente: neues Mundstück/Blatt (siehe oben), bei Klappeninstrumenten irgendwann eine komplette Polsterung durch den Fachbetrieb.
- Elektrische Instrumente: bei E-Gitarre und Keyboard im Zweifel Kabel und Netzteil einplanen, falls nicht dabei.
- Klavier/Cembalo-artige Instrumente werden auf Flohmärkten kaum angeboten (Transport), sollten aber ohnehin nur mit Stimm-/Fachbetrieb-Budget im Hinterkopf gekauft werden.
Wer ein Instrument nicht selbst spielt oder einschätzen kann, fährt am besten mit einer spielenden Begleitperson zum Markt oder kauft nur, was sich mit überschaubarem Aufwand reparieren lässt.
Was gebrauchte Musikinstrumente kosten
Die Preisspanne ist bei Musikinstrumenten besonders groß, weil Marke, Alter und Zustand stark streuen. Zur groben Orientierung:
- Blockflöten, Mundharmonikas, einfache Kinderinstrumente: 1 bis 5 €.
- Einfache, namenlose Gitarren: 15 bis 40 €; bekannte Marken oder E-Gitarren in gutem Zustand deutlich mehr, teils über 100 €.
- Akkordeons: einfache oder kleine Modelle 20 bis 40 €, gepflegte Markeninstrumente (Hohner, Weltmeister) 80 bis 250 €.
- Klarinetten, Trompeten und ähnliche Blasinstrumente (Standardmodelle): 30 bis 80 €.
- Einfache Geigen aus Fabrikproduktion: 30 bis 60 €; ältere Meistergeigen sind ohne Fachwissen kaum einzuschätzen und können deutlich mehr wert sein.
- Gebrauchte Schlagzeug-Sets: 50 bis 150 €, je nach Vollständigkeit und Marke.
- Ältere Keyboards: 10 bis 50 €.
Diese Zahlen sind eine grobe Orientierung ohne Fachkenntnis der jeweiligen Instrumentengattung – wer unsicher ist, was ein konkretes Stück wert sein könnte, sucht Modellname und Hersteller kurz übers Handy nach, bevor er zuschlägt oder verhandelt.
Häufige Fragen
Gibt es auf dem Flohmarkt Musikinstrumente zu kaufen?
Ja, wenn auch nicht so häufig wie Kleidung oder Geschirr. Am ehesten findet man Akkordeons, Gitarren, Blockflöten und gelegentlich eine Geige oder ein Blasinstrument im Koffer, meist an Sammler- oder Antikständen neben anderem Trödel.
Kann ich ein gebrauchtes Blasinstrument vom Flohmarkt bedenkenlos spielen?
Erst nachdem Mundstück und – bei Klarinette und Saxophon – das Rohrblatt ausgetauscht wurden. Das gilt unabhängig davon, wie sauber das Instrument aussieht. Blechbläser-Mundstücke ohne poröses Material lassen sich dagegen gut auskochen und reinigen.
Wie prüfe ich eine gebrauchte Gitarre am Stand?
Den Hals von der Kopfplatte aus entlang visieren (Knick oder Welle = verzogener Hals), durchstimmen und ein paar Akkorde greifen, dabei auf schnarrende oder tote Bünde und klemmende Stimmmechaniken achten. E-Gitarren nach Möglichkeit an einen Verstärker anschließen und Regler auf Kratzen prüfen.
Woran erkenne ich ein undichtes Akkordeon?
Den Balg vorsichtig auf und zu ziehen, ohne dabei eine Taste zu drücken. Zischt oder pfeift es hörbar, ist der Balg undicht. Zusätzlich jede Taste einzeln anschlagen – klemmende oder stumme Tasten deuten auf verklebte oder verrostete Stimmzungen hin.
Was kostet ein gebrauchtes Musikinstrument auf dem Flohmarkt?
Die Spanne ist groß: einfache Blockflöten für wenige Euro, namenlose Gitarren ab 15 bis 40 €, Akkordeons je nach Marke 20 bis 250 €, gebrauchte Schlagzeug-Sets 50 bis 150 €. Bei unbekannten Marken lohnt eine kurze Preisrecherche übers Handy, bevor man verhandelt.
Lohnt sich ein Instrument vom Flohmarkt für Kinder oder Anfänger?
Für den Einstieg oft ja – ein günstiges Akkordeon, eine einfache Gitarre oder eine Blockflöte reichen aus, um herauszufinden, ob das Interesse anhält, bevor man in ein neues Instrument investiert. Bei Streich- und Blasinstrumenten für den Musikschulunterricht sollte im Zweifel eine Lehrkraft oder ein Fachgeschäft den Zustand mitbeurteilen.